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EU-Einigung: Ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Autoterminal im Duisburger Hafen
Ab 2035 dürfen nur noch emissionsfreie Neuwagen verkauft werden. (Symbolbild) © IMAGO/Rupert Oberhäuser

Ab 2035 dürfen in Europa nur noch emissionsfreie Neuwagen verkauft werden. Das haben EU-Staaten und das Europaparlament gemeinsam vereinbart.

München — Ein hochemotional diskutiertes Thema könnte sich dem Ende neigen. Eine EU-Einigung sieht vor, dass ab 2035 nur noch emissionsfreie Neuwagen verkauft werden dürfen. Darauf haben sich Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments am Donnerstagabend geeinigt, wie die tschechische Ratspräsidentschaft mitteilte.

Nur noch emissionsfreie Wagen in EU ab 2035 — tschechische Ministerin sieht „starkes Signal“

„Dieser Vertrag öffnet den Weg für eine moderne und wettbewerbsfähige Automobilindustrie in Europa“, betonte der tschechische Industrie- und Handelsminister Jozef Sikela laut der offiziellen Internetseite des Europarats. „Die Welt verändert sich und wir müssen bei dieser Innovation ganz vorne mit dabei sein“, so Sikela.

Die EU könne von diesem technologischen Übergang profitieren. Das festgelegte Datum ermögliche es Autoherstellern, die Anforderungen rechtzeitig zu erfüllen. Auch die tschechische Umweltministerin, Anna Hubackova, äußerte sich zur Entscheidung. Sie sprach von einem „starken Signal“ dafür, dass die EU bereit sei, Fortschritte in Richtung „Klimaneutralität und grünen Wandel“ zu machen.

EU einigt sich auf konkretes Datum — nur noch emissionsfreie Wagen in EU ab 2035

Im Jahr 2026 soll die Entscheidung allerdings erneut überprüft werden können. Zudem ist im Kompromiss eine Bitte an die EU-Kommission festgehalten, zu überprüfen, ob der Einsatz von sogenannten E-Fuels für Autos künftig infrage kommen könnte. Darauf hatte in der Bundesregierung vor allem die FDP gedrängt. Um die Frage, ob der Verkauf neuer Verbrenner ab 2035 verboten werden sollte, hatte es längeren Streit in der Bundesregierung gegeben. Vor allem Liberale und Grüne vertraten unterschiedliche Positionen. So hatte sich etwa das Bundesumweltministerium für ein eindeutiges Verbrenner-Aus ausgesprochen.

Bei der Debatte ging es im Kern um die Frage, wie E-Fuels im Straßenverkehr eingesetzt werden könnten. Das sind synthetisch hergestellte Kraftstoffe, bei deren Produktion Treibhausgase gebunden werden. Nutzt man die Kraftstoffe in einem Motor, läuft dieser quasi klimafreundlich, weil das ausgestoßene CO2 aus der Atmosphäre stammt. Kritiker merken aber unter anderem an, dass synthetische Kraftstoffe in anderen Sektoren wie Schiff- oder Luftfahrt deutlich dringender gebraucht werden als im Straßenverkehr. (bb/dpa)

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