Zinserhöhungen 2023 „logisch“

EZB-Ratsmitglied erwartet mittelfristig nur moderate Inflation

Ein vorbeifahrendes Schiff zieht kurz nach Sonnenuntergang seine Lichtspuren über den Main, während im Hintergrund die Lichter der Frankfurter Bankenskyline und der Europäischen Zentralbank (EZB) leuchten.
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Der finnische Notenbankchef Olli Rehn rechnet damit, dass die Inflationsrate im Euro-Raum bald wieder sinken wird.

Der Chef der finnischen Notenbank rechnet damit, dass die Inflation in den kommenden Jahren wieder sinken wird.

Berlin - Der finnische Notenbankchef Olli Rehn erwartet, dass die Treiber der Inflation im Jahresverlauf nachlassen werden und die Teuerungsrate im Euro-Raum in den nächsten beiden Jahren bei etwa zwei Prozent liegen wird. Das weitere Tempo bei der Normalisierung der Geldpolitik im Euro-Raum hänge von den Daten ab.

EZB-Ratsmitglied spricht sich für Zinserhöhungen aus

„Ich persönlich gehe davon aus, dass die wirtschaftlichen Daten trotz der Beeinflussung durch die Omikron-Variante relativ gut bleiben werden“, sagte das EZB-Ratsmitglied im Interview mit dem „Handelsblatt“. Aus diesem Grund hält er Zinserhöhungen im Jahr 2023 für „logisch“, zumindest „wenn es keine neuen wirtschaftlichen Störungen gibt.“

Rehn warnte zudem davor, dass der deutsche Atomausstieg die Abhängigkeit von Russland erhöht und den Energiemarkt destabilisiert. „Die Entscheidungen über die Energiepolitik in Deutschland wirken sich auf Preisschwankungen und damit auf die Unsicherheit über die Inflation aus,“ ergänzte das EZB-Ratsmitglied. „Der Umstieg von Kohle auf Erdgas ist für mich kein grüner Umstieg, und diese Übergangsphase wird in Deutschland noch lange dauern.“

Finnischer Notenbankchef hält Schuldengrenze von 60 Prozent für unrealistisch

In der Debatte um die EU-Fiskalregeln plädierte der finnische Notenbankchef für Anpassungen. Die Regeln müssten zugleich konsequent, realistisch und flexibel sein. „Eine Schuldengrenze von rund 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, wie sie die bisherige Regelung vorschreibt, ist eindeutig unrealistisch.“ Er verwies darauf, dass Italiens Schuldenquote nach der Pandemie voraussichtlich bei etwa 160 Prozent liegen werde. „Wenn Ziele unerreichbar sind, werden sie auch nichts bewirken.“ (rtr)

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