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Liefer-Engpässe: Streit zwischen VW und Zulieferern spitzt sich zu - Konzern prüft Klage auf Schadenersatz

Die Lampen im Lichttunnel spiegeln sich im Lack eines VW ID.4
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VW steckt schon seit Längerem in der Krise. Nach zurückgehenden Umsätzen in 2020 machen jetzt auch noch die Zulieferer Probleme.

Wegen fehlender Computerchips müssen viele Autobauer ihre Produktion drosseln. Der Streit zwischen Volkswagen und den Chip-Zulieferern scheint indes zu eskalieren.

  • Die Volkswagen-Gruppe kämpft seit 2020 mit starken Umsatzeinbußen aufgrund der Covid-19-Pandemie.
  • Zusätzlich belastet ein akuter Chipmangel auf dem Automobilmarkt die Produktion vieler Hersteller.
  • Jetzt droht ein handfester Streit zwischen Volkswagen und seinen Zulieferern.

Wolfsburg - 2020 war kein leichtes Jahr für Volkswagen. Die Maßnahmen gegen die Corona*-Pandemie hatte einen unmittelbaren Effekt auf den Umsatz des Automobilherstellers. Das neue Jahr scheint der Branche auch kein Glück zu bringen. Wegen fehlender Computerchips müssen viele Automobilhersteller ihre Produktion drosseln. Vor allem zwischen Volkswagen und den Zulieferern spitzt sich die Lage zu.

VW: Streit zwischen Konzern und Zulieferer

Nach der Absatzflaute vergangenes Frühjahr stockt die Produktion jetzt wegen fehlender elektronischer Bauteile. Manche Autobauer mussten ihre Mitarbeiter zwischenzeitlich sogar in Kurzarbeit schicken. Volkswagen wirft dem Chip-Lieferanten vor, den Prognosen des Konzerns über eine Erholung der Pkw-Nachfrage keinen Glauben geschenkt zu haben.

Ein Einkaufsmanager von VW erklärte, dass er es „nicht nachvollziehbar“, finde, dass ein wichtiger Zulieferer seinem Abnehmer erst im November einen Engpass bei Halbleitern angezeigt habe. „Wenn ein Lieferant unseren Zahlen keinen Glauben schenkt und ein Prognoseinstitut zu Rate zieht, das die Situation - aus welchen Gründen auch immer - anders einschätzt, als unsere Experten, und deshalb in seiner Vormaterialkette weniger bestellt, könnte das eine Erklärung für die gegenwärtige Situation sein.“

Kurz vor Weihnachten wurde der Engpass in China bekannt. Mittlerweile sind fast alle großen Autohersteller von den Lieferproblemen betroffen. Auch bei BMW trübt sich die Lage ein. Die Situation dürfte Volkswagen und viele andere Autobauer dabei schmerzlich ans Vorjahr erinnern. Aufgrund der Covid-19-Pandemie mussten viele Automobilhersteller ihre Produktion einstellen. Experten glauben, dass viele Unternehmen sich zu sehr auf Kosteneffizienz konzentriert hätten, anstatt auf mehrere Lieferanten zu setzen.

VW: Zulieferer Continental weist Vorwürfe zurück

Die Wolfsburger ziehen bereits erste Konsequenzen aus der aktuellen Krise und wollen künftig ihre Versorgung durch direkte Absprachen mit den Herstellern sichern. Zudem prüft Volkswagen die Möglichkeit, Schadenersatzansprüche gegen seine Hauptlieferanten Bosch und Continental geltend zu machen. Vonseiten Continentals hieß es: „Wir haben zu jedem Zeitpunkt gegenüber unseren Kunden offen und transparent kommuniziert.“

Möglicherweise haben einige Marktforschungsinstitute mit ihrer Prognose falsch gelegen. Im Frühjahr 2020 sah es noch ganz so aus, als würde sich die Nachfrage nicht allzu schnell erholen. (phf) Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Netzwerk

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